Jeff Foster – Wie man hilft 2

„Eine Sache, die wir alle letztlich auf die harte Tour lernen:

Versuche niemals, jemandem zu helfen, wenn er nicht bereit dafür ist.

Bis nach Hilfe gefragt wird, bis da diese Bereitschaft zum Zuhören, Empfangen und Aufgeben alter Muster ist, wird dein Bestreben zu helfen als Manipulation und Kontrolle wahrgenommen werden – dein Problem, dein Bedürfnis, nicht ihres. Verteidigung wird da sein, Positionen werden sich verhärten, und am Schluss fühlst du dich frustriert oder überlegen oder machtlos, und die gespiegelten Rollen „Opfer“ und „Retter“ werden euch noch mehr voneinander entfernen, als je zuvor.

Wir hilft man wahrhaftig? Begegne ihnen dort, wo sie sich jetzt befinden. Lasse deine Träumereien über ihre sofortige Heilung los. Beruhige dich. Erkenne ihr gegenwärtiges Erleben an. Versuche nicht, deine eigenen Ansichten aufzudrängen oder vorauszusagen, was für sie das Beste ist. Vielleicht weißt du gar nicht, was das Beste ist. Vielleicht sind sie härter, intelligenter oder einfallsreicher und angefüllter von Möglichkeiten, als du es dir jemals vorstellen kannst.

Vielleicht ist es jetzt gerade das Beste für sie, nicht deine Hilfe zu wollen oder zu brauchen! Vielleicht müssen sie mehr leiden oder kämpfen. Möglicherweise richten sie sich ganz von alleine aus und heilen auf ihre ganz eigene Art. Vielleicht ist das, was dieser Moment verlangt, Vertrauen und tiefes Zuhören und hoher Respekt dafür, wo auf ihrer Reise sie sich gerade befinden. Vielleicht versuchst du nur, dir selbst zu helfen.

Möglicherweise kommt wahre Veränderung nicht daher, anderen Veränderung aufzudrängen, sondern daher, sich daran auszurichten, wo sie sich gerade jetzt befinden, all die kreative Intelligenz des Momentes zu befreien, ihren einzigartigen Weg zu ehren und ihren mysteriösen Prozess der Heilung.

Wenn du versuchst, jemanden zu verändern, vermittelst du ihm, dass er, so wie er ist, nicht in Ordnung ist, dass du diese gegenwärtige Erfahrung zurückweist und sie dir anders wünschst. Möglicherweise vermittelst du sogar, dass du ihn nicht liebst. Wenn du damit aufhörst, ihn ändern zu wollen und dich dem Leben so hingibst, wie es sich zeigt, ist großartige und unerwartete Veränderung möglich; nun bist du ein wahrer Freund und Verbündeter des Universums.

Höre auf damit, andere ändern zu wollen und sie werden sich auf ihre eigene Art verändern, in ihrer eigenen Geschwindigkeit. Vielleicht hilfst du am meisten, wenn du einfach der Veränderung Raum gibst.“

Jeff Foster auf seiner Facebook-Seite.

Jeff Foster – Wie man hilft

Guten Morgen, da bin ich mal wieder.

„WIE MAN HILFT

Vielleicht ist es an der Zeit den Versuch aufzugeben, andere „verbessern“ zu wollen, den Versuch aufzugeben, ihnen Antworten zu geben oder ihre Probleme zu lösen. Du bist nicht sehr gut darin, mein Freund. Deine Natur ist nicht Manipulation, sondern Gegenwärtigkeit; nicht Trennung, sondern Ganzheit.

Vielleicht ist es an der Zeit, nicht mehr so zu tun, als wärst du eine allwissende Autorität, der unfehlbare Lehrer, der geheilte Experte. Selbst mit der besten Absicht magst du unwissendlich in ihren natürlichen Heilungsprozess eingreifen. Du magst sie abhängig von dir halten, sie ablenken von einem tiefen Vertrauen in ihre ureigenste Erfahrung.

Erinnere dich daran, vielleicht muss es ihnen schlechter gehen, bevor es ihnen besser gehen kann. Vielleicht müssen sie ihren Schmerz noch stärker fühlen, bevor sie sich der wahren Quelle der Heilung öffnen können. Vielleicht müssen sie in den, für den sie sich gehalten haben, hineinsterben, bevor sie wirklich leben können. Wahr für sie, wahr für dich.

Auf jeden Fall sollte dies in Betracht gezogen werden.

Also, entspanne dich. Atme. Komme heraus aus dem Drama. Erkenne deine Sehnsucht an, sie zu verändern, zu verbessern oder auch nur zu beruhigen. Und jetzt, höre einfach zu, ohne Beurteilungen, und versuche zu verstehen, wo sie sich befinden. Versetze dich in sie hinein. Sieh deutlich, wer und was vor dir steht.

Vielleicht ist die größte Hilfe, die du genau jetzt anbieten kannst, deine Klarheit und bewertungsfreie Aufmerksamkeit – dein natürliches Mitgefühl. Strahle das aus; sei diese Gegenwärtigkeit, biete diese Offenheit an. Bleibe weit geöffnet für Lösungen, die noch nicht geboren wurden. Vertraue diesem eigenartigen Prozess. Sei diese stille Absicht – und die richtigen Worte, Taten, Interventionen, Entscheidungen, werden ohne Anstrengungen geschehen.

Weihe ihren Moment, indem du nicht davonrennst. Spiegle ihre eigene Fähigkeit, präsent zu sein. Vertraue dem uralten Mysterium der Heilung.

Vielleicht kann die wahre Medizin aufblühen, wenn „du“ aus dem Weg gehst. Ja, Drogen und gute Ratschläge mögen betäuben, oder sogar Symptome beseitigen, doch eine Einladung zu einer tiefergehenden spirituellen Heilung mag gleich unter der Oberfläche schlummern.“

Jeff Foster auf Facebook, 31.08.2013

Darunter kommentiert jemand:

„Danke Jeff. Ich sehe, dass ich, wenn ich eine Experte bin, in einer Art Wichtigkeit gefangen bin, die die Fähigkeit, einfach nur zu sein, verdeckt. Für mich ist es sehr anstrengend, ein Experte zu sein. Es ist kein Ort, an dem ich wahrhaftig zuhören kann. Dazu gehört ein Gefühl des Drucks. Der Druck zu teilen, der Druck zu wissen, der Druck zu beeinflussen (jemanden von seiner eigenen Erfahrung wegzureißen), davon ausgehend, dass mir die Rettung zugute gehalten werden wird. Ich sehe die Arroganz darin. Ich sehe die Unschuldigkeit darin. Ich sehe das reine Herz dahinter. Danke dir dafür, Experte darin zu sein, kein Experte zu sein.“

Viele Grüße
Rußie